Die Geschichte der Schalmei

Alles fing mit dem Auto an, denn um Fußgänger, Radfahrer und Fuhrwerke vor den herannahen Automobilen zu warnen wurde ein günstiger und lauter Signalgeber gesucht. Diesen erfand um ca. 1900 Max. B. Martin, welcher damals schon ein Instrumentenbauer für Fanfaren usw. in Markneukirchen war.
Martin entwickelte das Prinzip einer Stimme mit "aufschlagenden Zunge" mit einem dazu passenden Horn, die der mit einem Ball erzeugte Luftstrom zum Schwingen (Hupen) brachte. Noch heute ist dieser Signalgeber unter den Namen Martinshorn bzw. Martinstrompete bekannt. Der damaligen Bedeutung dieser Erfindung war sich auch der deutsche Kaiser, Wilhelm II, bewusst. So war sein Automobil mit einer Martinstrompete ausgerüstet, welche bei seinen theatralischen Auftritten und Erscheinen ein Signal erzeugte. Der Kaiser beanspruchte diese Erfindung für sich und nur kaiserliche Fanfarenspieler durften das Martinshorn zu besonderen Anlässen spielen.


Trotz alle dem entstanden die "Martin-Kapellen", welche bereits um 1905 auf 8-tönigen Martin-Trompeten verschiedene Musikstücke spielten.  Durch ein ausgetüfteltes Ventilsystem wurden  verschiedene Schalbecher angesteuert, so das mit zwei Ventilen vier Töne und später mit drei Ventilen acht Töne erzeugt werden konnte. Im Laufe der Zeit wurde dieses System weiterentwickelt und die chromatischen Instrumente sind entstanden, welche mit vier Ventilen  16 verschiedene Töne erzeugen können.

Das Martinshorn wurde parallel dazu weitrentwickelt.

Um 1910 war von Polizeifahrzeugen noch keine Rede, lediglich die Feuerwehr durfte im Notfall Geschwindigkeitsbegrenzungen überschreiten und musste dabei ein Glockenspiel benutzen. Doch mit zunehmenden Verkehr und steigender Geräuschkulisse reichte dies nicht mehr aus und so wurde 1928 die Martin-Trompete für die Feuerwehr- und Polizeifahrzeuge zugelassen, jedoch hat das damalige Signal mit den heutigen Warnsignalen kaum noch etwas gemeinsam.


Quellen: 
http://www.polizeihistorischesammlungpaul.de/wissenswertes/blaulicht/blaulicht_&_martinshorn.htm (25.01.2008)
http://www.maxbmartin.de/start.html (25.01.2008)

Wir gehen neue Wege

Normalerweise klingen alle Schalmeienkapellen in C-Dur. Die Noten werden transponiert in F-Dur dargestellt.
Warum das seit etwa 100 Jahren so ist und nie geändert wurde ist unklar. Vielleicht hatte man sich nur daran gewöhnt.
Die bisherige Tonlage der 1. Stimme g1 bis b2 entspricht nicht der normalen menschlichen Stimmlage, so das ein Mitsingen ausgeschlossen war. Der Klang der ersten Stimme wurde außerdem zuweilen sehr schrill wahrgenommen-
Unser musikalischer Leiter Axel Markmann fasste den Plan unser Orchester von C nach G-Dur umzustellen. Der Klangbereich sollte um 5 Halbtöne nach unten verschoben werden.
Erst im Jahr 2012 fanden wir einen Hersteller der uns die nötigen Schallbecher anfertigte um unser Orchester musikalisch neu auszurichten.
Um Kosten zu sparen entschlossen wir uns unsere Instrumente selbst umzubauen. 

Die Brauchtumsstiftung der Kreissparkasse Weißenfels fördert jedes Jahr besondere Projekte im Bereich Kultur. 
Wir stellten unser Ansinnen vor. Nach intensiver Prüfung wurde uns einen großzügige finanzielle Förderung gewährt, so dass wir unser Vorhaben in die Tat umsetzen konnten.
Axel Markmann schrieb alle Lieder von C (transponiert dargestellt in F-Dur) nach G-Dur um. Sehr viel Arbeit, handelt es sich doch um über 100 Titel. Alle Mitspieler mussten sich umstellen, spielen doch nun alle nach neuen Noten, eben in G-Dur ohne Transponierung in eine andere Tonart.
Die Umstellung der Instrumente dauerte ca. ein halbes, die gesamte Umstellung des Orchesters drei Jahre. Ein mutiger Schritt aber der bisherige Erfolg gibt uns Recht. 

Besonderen Dank gilt hiermit unseren musikalischen Leiter Axel Markmann welcher sich auch ein persönlicher Traum erfüllte und der Brauchtumsstiftung der Kreissparkasse Weißenfels.

Unsere Instrumente erklingen:

Pikkolo: d2-d3
Sopran: d'-d''
Chromatisches Sopran: d'-f''
Alt: h-h'
Chromatisches Alt: h-d'' 
Bariton: d-d'
Chromatisches Bariton: d-f'
Bass: G,H,c,d,
Begleitung: G-Dur+em, C-Dur+am, D-Dur+fism, D7+am

G-Dur Sopran

Spielt meist die erste Stimme.

G-Dur chromatisches Sopran

Spielt meist die erste Stimme in jeder beliebigen Tonart.

G-Dur Alt-Schalmei

Spielt meist die zweite Stimme.

G-Dur chromatisches Alt

Spielt meist die zweite STimme in jeder beliebigen Tonart.

G-Dur Bariton

Spielt die dritte Stimme. Erklingt eine Oktave tiefer als das Sopran. 

G-Dur chromatisches Bariton

Spielt die dritte Stimme. Erklingt eine Oktave tiefer als das chromatische Sopran in jeder beliebigen Tonart

Bass

Erklingt in der großen und kleinen Oktave.

Begleitung

Eine speziell entwickelte und einmalige Begleitung für die G-Dur Schalmeien.

Chromatische Lyra

Begleitinstrument.

Große Trommel

Tempo und Rhythmus vorgebendes Instrument.

Kleine Trommel

Dient der Begleitung der großen Trommel.

Becken

Erklingt meist mit der großen Trommel.

Tri-Tom

Begleitendes Perkussionsinstrument.

Quintom

Begleitendes Perkussionsinstrument.

Bongos

Begleitendes Perkussionsinstrument.

Powerblock

Begleitendes Perkussionsinstrument.